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In
dieser Rubrik möchten wir Ihnen interessante Neuigkeiten
der Medizin näher bringen.
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Tabak
- ein Thema für die zahnärztliche Praxis
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Die
Tabakpflanze Nicotiana tabacum und Nicotiana rustica stammt
wohl aus Brasilien oder Mexico. Die Kultivierung des Tabaks
begann vor mindestens 7.000 Jahren. Archäologische Funde
aus Mexiko und Peru zeigen, daß bereits 3.500 vor Christus
Tabak ein Gebrauchsartikel war, der vor allem zur Unterdrückung
des Hungergefühls gekaut wurde.
Der
Franzose Jean Nicot baute den Tabak in Europa an und führte
ihn am Hof von Paris ein, wo Katharina von Medici und ihr
Sohn, König Karl der IX. ihn zur Behandlung von Migräne
einsetzten. Tabak wird geraucht, gekaut oder geschnupft.
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Weltweit
ergeben sich dafür unterschiedlichste Formen des Tabakgenusses.
Das Kauen des Tabaks ist heute in Europa, vor allem in Schweden
und Dänemark, wie auch in den Vereinigten Staaten in
Gebrauch. Schnupftabak dagegen ist in Deutschland vor allem
im süddeutschen Raum noch in Gebrauch.
Die
höchste Zahl tabakbedingter Todesfälle in Deutschland
wurde 1975 auf 1.110 Männer geschätzt. Heute
werden 90.000 Todesfälle bei Männern (22 % aller
Todesfälle bei Männern) dem Tabak zugeschrieben.
Tabakassoziierte Todesfälle steigen bei Frauen an
und betragen derzeit 20.000 Todesfälle pro Jahr -
doppelt soviel wie vor zehn Jahren. Die in einer 1995 erstellten
Studie erhaltenen Ergebnisse belegen eine zunehmend berufliche
und soziale Differenzierung des Rauchens. Diese deutlichen
Diskrepanzen zeigen eindeutig, wo zukünftige Präventionsmaßnahmen
einzugreifen haben.
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Tabakkonsum
fördert Krebs
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Von
allen Krebsen des Körpers finden sich zwei bis drei
Prozent in der Mundhöhle. Die meisten dieser Krebse
sind Plattenepithelkarzinome, die von der Mundschleimhaut
ausgehen. Das Mundhöhlenkarzinom betrifft vorwiegend
Menschen im mittleren Lebensalter und ist häufiger bei
Männern als bei Frauen.
Die
Bevorzugung des männlichen Geschlechts, sowie die geographischen
Unterschiede können durch verschiedene Lebensführungen
erklärt werden, wobei der Gebrauch von Tabak und Alkohol
sowie eine unbalancierte Ernährung hinsichtlich der
Aufnahme von Früchten und Gemüsen von Bedeutung
sind.
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Tabakrauch
hat einen direkten karzinogenen Effekt auf die Epithelzellen
der Mundschleimhaut. Das Mundhöhlenkarzinomrisiko des
Rauchers mit starkem Alkoholkonsum ist sechs- bis fünfzehnmal
größer als die des Nichtrauchers und Nichttrinkers.
Der Alkohol erhöht die Permeabilität der Mundschleimhaut
wodurch der karzinogene Effekt der Tabakprodukte erhöht
wird. Mangelnde Mundhygiene und prothesenbedingte Ulzerationen werden auch als Risikofaktor angesehen.
Von
allen potentiell malignen Veränderungen der Mundschleimhaut
ist die sogenannte Leukoplakie am häufigsten. Sie
tritt beim Raucher sechsmal häufiger als beim Nichtraucher
auf. Reduktion oder Aufgabe des Tabak-Habits führt
zur Regression oder zum Verschwinden der oralen Leukoplakie.
Im Zuge der Tabakprävention soll untersucht werden,
wie das Wissen der Zahnärzteschaft zum Thema "Tabak
und Mundgesundheit" ist.
Darüber
hinaus soll die Einstellung erfragt werden, inwieweit der
zahnärztliche Berufsstand beziehungsweise das zahnärztliche
Team in seiner Gesamtheit bereit wäre, in der Raucherberatung
des Patienten tätig zu werden.
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Tabak
- Risikofaktor für Zahnfleisch und Implantationserfolge
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Neue
Erkenntnisse haben zu einem besseren Verständnis über
die Ätiologie und Pathogenese marginaler Parodontitiden
geführt. So ist die Kolonisation mit pathogenen Keimen
zwar die Voraussetzung für die Entstehung einer Parodontitis,
jedoch hierfür nicht alleine ausreichend. Als wichtige
Faktoren sind Tabakrauch und psychischer Streß in den
letzten Jahren identifiziert.
Nach
den Ergebnissen klinischer Untersuchungen sind Raucher häufiger
an einer marginalen Parodontitis erkrankt
als Nichtraucher. Dabei steigt das Ausmaß der Erkrankung
mit der Menge des Tabakkonsums. |
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Für
das erhöhte Aufkommen marginaler Parodontitis ist im
wesentlichen eine durch die toxische Wirkung des Tabakrauchs
verringerte Immunabwehr verantwortlich.
Durch
die Inhaltsstoffe von Tabakrauch wie Nikotin, Nitrosamine,
polyzyklische Kohlenwasserstoffe, Zyanide, Schwermetalle und Kohlenmonoxid wird die Effektivität der Infektabwehr
auf humoraler und zellulärer Ebene stark beeinträchtigt
und die Ansiedlung pathogener Bakterien begünstigt.
Die
pathologische Wirkung des Tabakrauchs ist auch bei periimplantärem
Gewebe zu erkennen. Durch Wund- und Einheilungsstörungen
bedingt treten bei Rauchern häufiger Mißerfolge
auf. Treffen Rauchen und schlechte Mundhygiene zusammen,
kann nach zehn Jahren ein dreifach höherer Knochenverlust
als bei Nichtrauchern auftreten. Der sich anbahnende implantologische
Mißerfolg sollte durch eine regelmäßige
Untersuchung bereits in der Frühphase erkannt werden.
Bei
Rauchern müssen im allgemeinen schlechtere Ergebnisse
erwartet werden. Interessanterweise entsteht durch die
Störungen der Immunabwehr und die sich daraus ergebenden
geringeren Entzündungszeichen wie Rötung und
Blutung auf Sondierung oft ein falsch positiver Eindruck.
Eine klinisch gesund aussehende Gingiva muß gerade
bei Rauchern nicht unbedingt gesunde parodontale Verhältnisse
widerspiegeln.
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Fazit
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Rauchen
führt durch Reduktion der
Immunabwehr zu einem erhöhten
Risiko an marginaler Parodontitis zu erkranken!
Bei
der Behandlung der marginalen Parodontitis rauchender Patienten
muß mit erhöhten Mißerfolgsraten und vermehrten
Komplikationen gerechnet werden!
Als ingrativer Therapiebestandteil sollte eine Raucherentwöhnung
angeboten und durchgeführt werden.
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Rauchen
gefährdet die parodontale Gesundheit
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Rauchen
hat einen negativen Einfluss auf die parodontale Gesundheit
und stellt ein vermeidbares Risiko hinsichtlich parodontaler
Erkrankungen dar!
Bei
Patienten mit mangelhafter Mundpflege waren die parodontalen
Auswirkungen noch stärker als bei hygienebewussten Patienten,
wie Dr. J Bergström (Journal Clin. Periodontology 27/01)
feststellte. Insgesamt ergab die Untersuchung bei den Rauchern
eine geringere parodontale Gesundheit als bei den Nichtrauchern.
So wiesen die Ersteren signifikant mehr erkrankte Stellen und eine signifikant
größerer Reduktion der parodontale Knochenhöhe auf als die
Letzteren. |
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Die
Personen, die das Rauchen vor zwölf Jahren aufgaben,
zeigten bessere parodontale Verhältnisse, als die noch
Rauchenden, jedoch schlechter als die Nichtraucher.
Der Verzicht auf das Rauchen scheint sich somit positiv auf die parodontale Gesundheit auszuwirken und die durch das frühere Rauchen bedingten
Destruktionen zu mildern.
Die
schädliche Wirkung des Tabakkonsums auf das Parodontium ist Dosis abhängig!
Starkes
Rauchen war stets verbunden mit schwereren Befunden als
leichtes Rauchen. Die Raucher mit einem Tageskonsum von
zehn Zigaretten wiesen z. B. mehr erkrankte Stellen auf
als diejenigen, die weniger als zehn Zigaretten konsumierten.
(aus
DZW 43/01)
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In
Zukunft kein Bohrer und keine Plomben mehr
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Die
Vorstellung im Zahnarztstuhl zu sitzen und nicht mehr das
ganze Arsenal an Bohrern und anderen Geräten zu blicken
wirkt nicht nur aus Patientensicht nahezu utopisch. Wie wahrscheinlich
ist es, das der Zahnarzt eines Tages tatsächlich Löcher
und Erkrankungen nicht mehr mit Plomben und Bohrer löst,
sondern mit der körpereigenen DNA des Patienten?
Laut
Dr. Harold C. Slavkin, Dekan der Universität der Südkalifornischen
Schule der Zahnmedizin, liegt diese Zukunft näher als
mancher für möglich hält. |
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Demnach
wird sich die Zahnmedizin schon bald aus der Abhängigkeit von
mechanischen und chirurgischen Mitteln lösen und sich
zu einer Zahnmedizin hin entwickeln, die Krankheiten durch
so genannte "Bio" Lösung auf einer molekularen
Ebene löst.
Beispielsweise
werden Zahnärzte in Zukunft in der Lage sein, Löcher
nicht mehr einfach zu füllen, sondern die Bakterien,
die den Zahnverfall im Patienten auslösen auf eine
Art und Weise zu modifizieren, dass es zu keinem Zahnverfall
mehr kommen kann.
Eine
einfache Speichelprobe aus dem Mund liefert genug DNA um
in Zukunft individuell zugeschnittene Zahnbehandlungen
zu entwickeln.
Die
Zusammenarbeit der humanen Genforschung,der Informationstechnologie
und der Biotechnologie werden die Behandlungen im Bereich
der Zahnmedizin bestimmen.
(aus
American Dental Association (ADA))
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In
den USA befürchten zirka 30 Prozent der Bevölkerung
einen schlechten Atem zu haben!
Sowohl
der nur vorübergehend auftretende schlechte Atem nach
nächtlicher Bettruhe, als auch der klinische anhaltende
Mundgeruch sind durch das Vorhandensein von schwefelhaltige
Gasen gekennzeichnet, die beim Zerfall von Bakterien der
Mundflora entstehen.
Bei
einer Untersuchung wurde festgestellt, dass sowohl alleiniges
Zähneputzen als auch die Einnahme eines Produktes gegen
schlechten Atem kaum eine Auswirkung auf die Konzentration
der schwefelhaltigen Gase hatte. |
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Das
Bürsten der Zunge und die Nahrungsaufnahme führten
zu einer leichten Abnahme der Konzentration der Gase.
Nur
das Spülen mit H2O2 (3%, Wasserstoffperoxid) reduzierte
die Konzentration schwefelhaltiger Gase deutlich über
einen Zeitraum von sieben Stunden.
Die
Autoren führen dieses signifikante Ergebnis auf die
bakterizide und oxidative Wirkung des Wasserstoffperoxid
zurück. Da Mundspülungen den Magen-Darm-Trakt
nicht erreichen können deutet darauf hin, dass schlechter
Atem zum größten Teil von der Zusammensetzung
der Mundflora abhängig ist.
Die Einnahmen diverse Tabletten zur Hemmung der Gasbildung im Magen-Darm-Trakt
sei folglich keine adäquate Therapie zur Behandlung von Mundgeruch.
(zm
91, Nr. 21, Dens Res 2000;78)
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Amerikanische
und britische Wissenschaftler haben zwei Impfstoffe entwickelt,
die laut New Sientist in sechs bis acht Jahren auf den Markt
kommen sollen.
Die
Impfstoffe greifen das Bakterium Streptococcus mutans an,
die Hauptursache für Karies.
Zusätzlich spielt S. mutans eine entscheidende Rolle bei der Bildung von
Zahnbelag. Das US-Team arbeitet an einem Impfstoff für Kinder zwischen
18 Monaten und drei Jahren, weil dieses Alter für eine Immunisierung am
besten geeignet ist. |
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Werden
die Kleinkinder von dem Bakterium befreit, bevor es sich
gänzlich im Mund ausgebreitet hat, könnte die Impfung
einen lebenslangen Schutz bieten. Dieser Impfstoff greift
S. mutans nicht direkt an, sondern zielt auf ein Enzym ab,
dass für die Entstehung von Zahnbelag verantwortlich
ist.
Ohne
diese Verankerung können die Bakterien beim Zähneputzen
leicht entfernt werden. Erwachsene, die eine orale Version
des Impfstoffes einnahmen, entwickelten Antikörper
gegen das Bakterium. Das britische Team entwickelt ein
Impfstoff, der aus geeigneten Antikörpern besteht,
die die Streptokokken direkt angreifen.
Da
dieser Impfstoff keine Immunreaktionen auslöst, könnte
ein Langzeitschutz vorerst nicht gegeben sein und daher
eine wiederholte Verabreichung notwendig werden.
Der
Vorteil dieses passiven Ansatzes liegt in der Verhinderung
unerwünschter Immunreaktionen.
(aus
DZW 15/02)
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Zungen-
und Lippenschmuck ruinieren die Gingiva
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Piercing
in der Zunge oder Unterlippe kann zu Zungenschwellungen,
Zahnschäden und Gingiva-Rezession führen, wie
Untersuchungen von Dr. Pierre-Jean Loup und Dr. Andrea
Mombelli von den zahnmedizinischen Kliniken der Universität
Genf zeigen.
So
hatte ein Patient eine 3,5 Zentimeter lange Metallhantel
in einer durchbohrten Zunge stecken. Die untere Kugel mit
einem Durchmesser von einem Zentimeter drückte in
Ruhestellung der Zunge auf das Weichteilgewebe an den unteren,
vorderen Schneidezähnen.
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Dort
kam es zu einer starken Gingiva-Rezession von drei bis sechs
Millimetern Tiefe, sodass eine Parodontalsonde bis auf den
Bereich des Mundbodens vordringen konnte, berichten die Zahnärzte
in der Zahnmedizin.
Fünf
Monate nachdem der Patient das Objekt entfernt hatte, waren
die Läsionen noch immer vorhanden. Bei einem anderen
einem zwei Zentimeter langen Metallstück in der Mittellinie
der Zunge waren die Schneidezahnkanten deutlich beschädigt.
Der Patient gab an, er spiele mit dem Piercing, indem er
es zwischen den oberen und unteren Schneidezähnen
hin- und herschiebe.
Ein
Rückgang des Zahnfleischs wurde auch bei mehreren Patienten
nachgewiesen, die sich die Unterlippe mit einem Metallstift
piercen ließen. Die Läsionen traten dort auf,
wo das Metall auf das Zahnfleisch traf.
Außer
Langzeitfolgen wie Gingiva-Rezession und Gingivitis kann
es nach Angaben von Loup und Mombelli bereits beim Setzen
des Piercings zu gravierenden Komplikationen kommen, vor
allem, wenn die Zunge durchbohrt wird.
So seien auch Patienten beobachtet worden, bei denen die Zunge so stark
anschwoll, dass sie die Luft- und Atemwege blockierte.
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